Düsseldorf Unterrath: Eltern fordern Schulwegsicherung an der Kartause-Hain-Grundschule

An der Kartause-Hain-Grundschule an der Unterrather Straße 76 gibt es schon lange das Problem, dass der Schulweg für die Kinder nicht sicher ist. Zwar weisen Schilder auf der Unterrather Straße die Autofahrer auf die Grundschule hin, aber der Verkehr brettert zweispurig in jede Richtung an der Schule vorbei. Ampeln gibt es, doch der Bereich ist komplex. Von der Hamborner Straße kommen die Fahrzeuge aus Richtung Autobahn, die Straßenbahn biegt an der Schule in die Unterrather Straße ein. Bei Rückstau halten die Autos auch im Kreuzungsbereich, was die Fußgängerüberwege unsicher macht – besonders für die Grundschüler*innen, die allein aufgrund ihrer Körpergröße schlecht über die Autos hinwegschauen können.
Dies alles hat die Eltern der Grundschüler dazu bewegt aktiv zu werden. Denn seit vielen Jahren fordern sie den Schulweg rund um die Grundschulen sicherer zu machen. Gleich neben der Kartause Hain Grundschule, die 230 Kinder besuchen, liegt die Grundschule Beedstraße mit 110 Schüler*innen. In der Bezirksvertretung stand das Thema schon öfter auf der Tagesordnung, doch geschehen war nichts. Deshalb erstellten die Eltern eine Petition und gingen im November 2023 vor den Beschwerdeausschuss. Dieser sprach die Empfehlung aus, die Verwaltung möge Verbesserungen prüfen und der BV6 und dem OVA vorstellen.

Die Eltern haben den Protest organisiert und fordern von der Stadt endlich Maßnahmen
Aber bis jetzt liegt dazu noch kein Vorschlag vor, obwohl die Stadt auf Anfrage von Ddorf-aktuell betont, dass sie sich die konzeptionelle Weiterentwicklung der Schulwegsicherung zur Aufgabe gemacht und vielfältige Projekte dazu in einem Instrumentenkasten gebündelt habe. Verbesserte Sichtfelder, Gehwegbreiten und Querungsmöglichkeiten, Hol- und Bringzonen sowie die Einführung von Tempo 30 tragen zur Verkehrssicherheit auf dem Schulweg bei, heißt es. Welche Maßnahmen in Einzelfall zielführend seien, müsse je Schulstandort entwickelt werden. Weiter wird betont, man sei in der finalen Abstimmung mit den Grundschulen an der Unterrather Straße bezüglich der Einrichtung einer Hol- und Bringzone und um den Eltern-Taxi-Verkehr aus der Ahornallee herauszuholen. Auch „die Prüfung von streckenbezogenem und auf die Schulzeiten zeitlich begrenztem Tempo 30 auf der Unterrather Straße sei bereits weit fortgeschritten“.
Als die Eltern der Grundschüler*innen am Mittwochmorgen (2.4.) vor Schulbeginn demonstrierten und gemeinsam lautstark Tempo 30 und mehr Sicherheit forderten, waren auch beide Schulleiterinnen vor Ort: Tanja Burgstaller für die Kartause Hain Grundschule und Anja König für die Grundschule Beedstraße. Sie zeigten sich äußerst erstaunt über die Aussagen der Stadt, dass man bereits in der finalen Abstimmung mit ihnen sei. Denn beide bestätigen, dass man mit ihnen noch nicht gesprochen habe.

(v.l.) Fabian Zachel (SPD), Thorsten Graeßner (Grüne), Thomas Großheinrich (Amt für Verkehrsmanagement) und die Schulleiterinnen Tanja Burgstaller und Anja König im Gespräch
Unterstützt wurde die Demonstration von Thorsten Graeßner und Christian Dortschy von den Grünen sowie Fabian Zachel und Ute Hora von der SPD. Vertreter*innen anderer Parteien waren am Mittwochmorgen nicht an der Schule, um sich die Lage anzuschauen. Allerdings kam Thomas Großheinrich vom Amt für Verkehrsmanagement, der aber offenbar von der Stellungsnahme der Stadt nichts wusste. Er wies auf die komplexe Situation an der Kreuzung hin. Ein Tempo 30 habe Auswirkungen auf die Koordinierung der Ampeln, wovon auch die Rheinbahn betroffen sein. Allerdings habe man von dort bereits eine positive Beurteilung. Er lobte das große Engagement der Elternschaft. Vor den Häusern der Hamborner Straße 2 bis 4 könne er sich eine Hol- und Bring-Zone vorstellen, dass sei unmittelbar vor der Schule, erklärte er. Zu Veränderungen in der Ahornallee, die aktuell in beide Richtungen zu befahren ist, allerdings durch an beiden Seiten parkende Autos sehr verengt wird, sah er kurzfristig noch keine Veränderungen.
Immerhin hat er sich nach dem Ortstermin noch mit beiden Schulleiterinnen zusammengesetzt und Maßnahmen diskutiert. Seine Abteilung wird eine Stellungnahme vorbereiten. Großheinrich betonte, dass diese exakt und gerichtsfest sein müsse, damit sie nicht durch Klagen von Anwohnern oder Verkehrsteilnehmern gekippt werden könne. Ziel sei es die Vorlage im Mai in der BV 6 vorzustellen, damit der Ordnungs- und Verkehrsausschuss im Juni darüber entscheiden könne. Denn nur nach einem positiven Beschluss des OVS dürfe er tätig werden, erklärte Großheinrich. Für die Kinder und Eltern bleibt damit die Hoffnung, dass sich zum Schujahrbeginn nach den Sommerferien etwas zum Besseren geändert hat.