Drei Düsseldorfer*innen erhielten den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

In der Staatskanzlei am Horionplatz verlieh Ministerpräsident Hendrik Wüst am Mittwoch (2.4.) den NRW-Verdienstorden an zwölf engagierte Bürger*innen für ihren herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land. Der Verdienstorden des Landes ist eine der höchsten Auszeichnungen und wurde 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen vom damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau gestiftet. Bisher wurden 1.771 Orden verliehen und unter den zwölf geehrten am Mittwoch waren auch drei Menschen aus Düsseldorf.

Alle Geehrten
Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte, dass der Fokus viel zu oft auf den Problemen liege, anstatt die Lösungen hervorzuheben. Die zwölf Menschen, die mit dem Verdienstorden ausgezeichnet wurden, haben alle an Lösungen gearbeitet, die das Land voranbringen. Es sind Vorbilder und Wüst bat die Geehrten, den Orden mit Stolz zu tragen, denn damit würden sie zu Werbeträgern für die gute Sache.
Drei Düsseldorfer Ordensträger*innen
Hildegard Düsing-Krems

Ehrung für Hildegard Düsing-Krems
Hildegard Düsing-Krems ist die Gründungsvorsitzende des Vereins „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf e. V.“, der im September sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Tatkräftig wurde damals beim Empfang, der Unterbringung und Betreuung der vor allem ab Herbst 2015 in Düsseldorf eintreffenden Geflüchteten unterstützt. 2016 wurde dann das „Welcome Center“ für Geflüchtete hinter dem Düsseldorfer Hauptbahnhof eröffnet. Hildegard Düsing-Krems und ihre Mitstreiter*innen errichteten ein Netzwerk der Hilfe, das bis heute erfolgreich aktiv ist. Ein Erfolgsrezept war und ist, dass die Geflüchteten vielfach selber als Ehrenamtler mitarbeiten, sobald ihnen dies möglich ist. Im Jahr 2017 wurde der gemeinnützige Verein formal gegründet und Düsing-Krems zur Vorsitzenden gewählt. Mit viel Energie und Zeit ist sie bis heute tatkräftig und engagiert für den Verein tätig.

Von “ihren” Verein wurde Düsing-Krems am Abend mit einer Überraschungsparty gefeiert
„Ohne Hildegard Düsing-Krems gäbe es den Verein in seiner heutigen Form nicht. Er wäre nicht so gut in der Stadtgesellschaft vernetzt und hätte nie so flexibel auf neue Herausforderungen, wie die Ankunft Tausender Geflüchteter aus der Ukraine in Düsseldorf, reagieren können“, so Ansgar Drücker, heutiger Vorsitzender des Vereins. „Hildegard Düsing-Krems ist weiterhin ein wichtiger Motor unseres Vereins und schafft es immer wieder Ehrenamtliche, Spender und Unterstützer zu motivieren. Ihre Energie und ihr Engagement sind ansteckend.“ In die Aktivitäten des Vereins wurden auch sofort die Menschen aus der Ukraine einbezogen, nachdem der Krieg dort ausgebrochen war und auch zur Obdachlosenhilfe fifty-fifty besteht ein enger Kontakt. Zum Engagement von Hildegard Düsing-Krems gehört aber auch die Organisation von Demonstrationen, Friedens- und Solidaritätskonzerten.
Pavol Jurecky

Ehrung für Pavol Jurecky
Pavol (genannt Paul) Jurecky ist nicht nur Geschäftsführer des Jüdischen Nationalfonds, er ist auch seit mehr als 30 Jahren sein Gesicht. Zahlreiche Projekte hat Jurecky zwischen Israel und Deutschland initiiert, zu denen unter anderem das Anlegen von Wäldern oder Parks in Israel gehörten. Aber auch im Bereich Forschung, Bildung und Nachhaltigkeit engagiert er sich – immer mit Gewinn für die deutsch-israelischen Beziehungen. Nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 organisierte Jurecky mit dem Jüdischen Nationalfonds für dringend benötigte medizinische, humanitäre oder psychologische Nothilfe für die betroffenen Menschen gesorgt. Die Jüdische Gemeinde in Düsseldorf kann sich ebenso auf seine Unterstützung verlassen, wie die Vereine, die Schüler*innen Gedenkstättenbesuche in Auschwitz ermöglichen. Paul Jurecky ist ein Brückenbauer zwischen Israel und Deutschland.
Wolfgang Rolshoven

Ehrung für Wolfgang Rolshoven
Wolfgang Rolshoven ist seit 2012 „Baas“ der Düsseldorfer Jonges und damit der „Chef“ eines der größten Heimatvereine in Deutschland. Mit den „Jonges“ bezieht er deutlich Stellung gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Und er hat auch für eine kritische historische Aufarbeitung der Geschichte der „Düsseldorfer Jonges“ in der Zeit des Nationalsozialismus gesorgt. Rolshoven setzt sich für enge Verbindungen mit allen Religionsgemeinschaften ein und wenn seine Amtszeit als Baas im April endet, genießt er nicht den Ruhestand sondern engagiert sich dann als Antisemitismusbeauftragter der Stadt Düsseldorf.

Mit ihrer musikalischen Begleitung des Festaktes begeisterten Carlotta Ribbe und Frederik Hesse von der Folkwang Universität der Künste in Essen
Neben den drei Düsseldorfer*innen wurden noch Waltraud Beyen aus Neuss-Norf, Prof. Dr. Ulf Dittmer aus Essen, Mustafa Duman aus Bergisch-Gladbach, Prof. Dr. Roland Günter aus Oberhausen, Hans-Werner Neske aus Xanten, Prof. Theodor Pagel aus Overath, Ingeborg Schlüter aus Witten, Prof. Dr. Christiane Woopen aus Köln und Emanuel Prinz zu Salm-Salm aus Rhede. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wird zu einem späteren Zeitpunkt geehrt, sie war am Mittwoch verhindert.