Düsseldorf: Visionäres Bauvorhaben über der Münchener Straße
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„Düsseldorf ist mit deutlich mehr als 600.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt in Deutschland“, erklärte Dietmar Wolf. „Aber in der Fläche liegen wir nur auf Platz 73.“ Wolf ist Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks 3 und eröffnete am Dienstag (25.2.) die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zur “Überbauung Münchener Straße” im Bürgerhaus Bilk.
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Die Animation, wie die Überbauung der Münchener Straße aussehen könnte, Grafik: StructureLab
In Höhe der Universität sollen auf einer 360 Meter langen Plattform oberhalb der viel befahrenen Verkehrsachse 300 Wohneinheiten in modularer Holzbauweise entstehen. Da die Wohnplattform autofrei sein soll, ist davor eine Fläche mit Stellplätzen und Ladeinfrastruktur für Anwohnende sowie weitere Angebote für ergänzende Mobilitäts- und Logistikfunktionen wie Car-Sharing, Lastenfahrräder oder Paketlogistik geplant. „Wir wollen Wohnraum zwischen 20 und 120 Quadratmetern für Singles bis Familien schaffen“, erläuterte Investor Frank M. Schmid. „Wir möchten eine große Individualität bei serieller Fertigung schaffen.“ Die Baukosten sollen durch hohe Effizienz gedeckelt werden. „Die Module haben einen Fertigungsgrad von 90 bis 95 Prozent, können aber individuell zusammengekoppelt werden“, so Schmid.
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Das Team der Städtebaulichen Planung im Stadtbezirk 3
Visionär ist die bisherige Planung allemal, aber beileibe nicht in Stein gemeißelt. „Nichts ist definitiv festgelegt, alles ist im Fluss“, erklärte der Stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes Dirk Baackmann. „Wir sind im Bürgerhaus Bilk, um die Anregungen, Ideen Sorgen und Nöte aus der Bevölkerung aufzunehmen und in das Konzept einzubauen.“
Sorgen und Nöte gab es viele. Nach dem Naturschutz, der Nachhaltigkeit, der Lärm- und Schadstoffbelastung für Mieter*innen – immerhin wohne man ja über einer stark befahrenen mehrspurigen Straße -, Hochwasserschutz, Anbindung an das bestehende Straßennetz und den ÖPNV, Auswirkungen des zusätzlichen Verkehrs auf die bereits maroden Straßen, Nahversorgung, soziale Anbindung an die Nachbarschaft, der Miethöhe und vielem mehr wurde gefragt. Belastbare Antworten konnten Baackmann und Schmid noch nicht geben. „Die Probleme sind der Stadt bekannt. Wir werden für alles Gutachten erstellen“, so der Stadtplaner. „Wenn wir für die Probleme keine zufriedenstellenden Lösungen finden, wird die Politik reagieren.“
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Es gab viele Fragen der Anwohner*innen – aber noch keine Antworten
Der Rat der Landeshauptstadt wird darüber entscheiden, ob irgendwann in näherer oder fernerer Zukunft eine Baugenehmigung erteilt wird. Die Stadt verspricht sich jedenfalls einiges von dem utopisch erscheinenden Projekt. „Dieses experimentelle Vorhaben kann einen wertvollen und innovativen Beitrag leisten für die Schaffung von zusätzlichen Wohnbauflächen durch die Überbauung von Verkehrsinfrastrukturen. Wir freuen uns auf die Anregungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger zu diesem innovativen Projekt”, betont Kai Fischer, Leiter des Stadtplanungsamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Stellungnahme sind auf hier zu finden.