Düsseldorf Wersten: Stadtteilbücherei ist auf den Hund gekommen

Esther Körner ist Kinderbibliothekarin in der Stadtteilbücherei in Wersten. Seit sie bei einer Freundin in Irland erlebt hat, wie positiv Therapiehunde wirken, versuchte sie ein Projekt „Lesehund“ zu initiieren. Doch das war nicht so einfach, denn die speziell ausgebildeten Hunde sind selten und müssen neben ihrer Qualifikation auch noch andere Ansprüche erfüllen. Das Fell muss angenehm zu streicheln sein und sie dürfen nicht „flusen“ berichtet Körner schmunzelnd. Ihr eigener Hund würde sich eignen, haart aber zu sehr und kam deswegen für die Bücherei nicht in Frage.
In Carla-Maria Maaß und ihrem Magyar Viszla Herr Meyer fand sie die ideale Besetzung. Maaß hat mit Herrn Meyer die Ausbildung zum “Mensch-Hund-Team in tiergestützten Interventionen” absolviert. Sie ist gelernte Ergotherapeutin und nutzt ihr Fachwissen bei ihrer Arbeit mit dem Therapiehund. Derzeit studiert sie Lehramt Sonderpädagogik an der Uni Köln.

Die Besitzerin von Herrn Meyer, Carla-Maria Maaß in beim Leseprojekt immer in der Nähe und hier darf Niko auch ein Leckerchen geben
Nachdem Körner ihre Kollegen überzeugt hatte und die Stiftung “Mit Herz und Hand für Wersten” sowie der “Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf e.V.” die Finanzierung sicherten, konnte das Projekt im September 2022 starten.
Erfolgsmodel Hund
Seitdem kommen alle zwei Wochen einige Kinder der vierten Klassen der Theodor-Heuss-Grundschule jeweils am Donnerstagmorgen in die Werstener Bücherei. Die Kinder aus verschiedenen Klassen werden je nach Bedarf von den Lehrer*innen für die Leseförderung ausgewählt. Die Bücherei wird exklusiv geöffnet, damit die Kinder in Ruhe lesen können. Denn das ist das Ziel des Projekts, mit Schüler*innen das Lesen zu trainieren. Sie lesen dem fünfjährigen, rotbraunen Herr Meyer vor und der hört sehr geduldig zu. Es gibt kein Verbesserungen oder Ansagen, einen Abschnitt nochmal zu lesen. Ganz in Ruhe haben Kind und Hund Zeit miteinander und das fördert nicht nur die Lesefähigkeit. Herrn Meyers Anwesenheit wirkt beruhigend, hilft Lesehemmungen abzubauen, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und die Bücherei als attraktiveren Lern- und Freizeitort zu begreifen.

Klaus Lorenz von der Stiftung erklärt Dr. Norbert Kamp und Miriam Koch, dass die Projektfinanzierung auf Spenden angewiesen ist
Sponsoren für die Fortsetzung gesucht
Die Wirkung des Projektes hat sich schnell herumgesprochen und die Nachfrage ist groß. So soll „Lesehund“ nicht nur fortgesetzt, sondern nach Möglichkeit noch ausgeweitet werden. Doch die Stiftung “Mit Herz und Hand für Wersten” ist auf Spenden angewiesen und sucht deshalb Sponsoren und Spender, um das Projekt nachhaltig zu etablieren und die Anwesenheit des Lesehundes in Wersten auszuweiten. Maaß und ihr Hund kosten 90 Euro je Stunde. Interessierte, die unterstützen möchten, finden hier weitere Informationen und das Spendenkonto. Bitte als Verwendungszweck „Lesehund“ angeben und Name/Anschrift, denn dann kann eine Spendenquittung ausgestellt werden.
Hintergrund Stiftung “Mit Herz und Hand für Wersten“
Die Stiftung wurde 2004 gegründet und die erste Stadtteilstiftung der Stadt. Sie fördert Nachbarschaftshilfen, initiiert und unterstützt in Kooperation mit den Kitas und Grundschulen sowie sozialen Akteuren im Stadtteil das soziale Zusammenleben mit vielfältigen Hilfsaktionen.