Düsseldorf Flingern: Das Allwetterbad ist fertig – nicht nur die Schulkinder freut es

Tauchringe, Quietscheenten und Poolnudeln durften am Freitag (28.2.) endlich im Allwetterbad Flingern wieder ins Wasser. Seit 2016 war das Bad zu, doch das Bäderkonzept 2020 sorgte für einen sehenswerten Neubau mit Schwerpunkt für das Schulschwimmen. Die DüsseldorferInnen können sich ab Sonntag, 1. März, in die Fluten stürzen. Zwar ist erst der Hallenbadbereich fertig, aber ab Mai soll auch das Schwimmen im Freibad möglich sein.
Schlüsselübergabe (v.l.) Badleiter Wladimir Chetverik, Roland Kettler, OB Thomas Geisel, Generalplaner Heinrich Blass und Aufsichtsratschef der Bädergesellschaft Peter Schwabe
Kombibad mit Schwerpunkt Schulen
Im Februar 2016 wurde das Bad in Flingern geschlossen und seitdem ist auf dem Gelände am Flinger Broich viel geschehen. Im Rahmen des Bäderkonzeptes 2020, das für die Schwimmbäder in Flingern, Heerdt, Benrath und Unterrath Schwimmbäder mit Schwerpunktthemen festgelegte, sollte das neue Allwetterbad seinen Fokus auf dem Schulschwimmen haben.
Die Aussenansicht des neuen Bades, es gibt Parkplätze für Fahrräder und Autos (alledings Gebührenpflichtig für PKW)
Optimale Ausstattung
Dazu wurden neben zwei Schwimmbecken mit 25-Meter-Bahnen und Sprungsturm auch zwei Kursbecken errichtet. Dass der Geschäftsführer der Bädergesellschaft Düsseldorf, Roland Kettler, ein Mann vom Fach ist, hat den Architekten in der Planungs- und Bauphase viel Geduld abgefordert.
Roland Kettler dankte den Kindern, die die Bilder für die Sammelumkleiden entworfen haben
Im Aquazoo hatten die Kinder sich die Anregungen geholt
Denn das Bad sollte viele Details erhalten, die das Schwimmen für Schulen und Vereine optimal gestalten. Das fängt bereits bei den Umkleiden an, für die Kinder im Aquazoo Tiere als Symbole ausgesucht haben. So kann die Kindergartengruppe sich beispielsweise in der Umkleide Pinguin umziehen, während die Schulklasse zur Schildkröte oder dem Clownfisch geht. Die Tiere sind an den Türen zu sehen, so dass die Orientierung einfach ist.
Das Bad ist auch für Besucher mit Handicap geeignet, für die es besonders ausgestattete Umkleiden gibt.
Der Schwimmbereich unterteilt sich in drei Bereiche. Die beiden Kursbecken sind jeweils mit Glaswänden separiert, was für die Lautstärke und die Temperatur – hier herrschen 32 Grad – Vorteile bietet. Dort ist die Wassertiefe variabel bis drei Meter absenkbar.
Zur Eröffnung gab es den ersten Kurs – in Flingern werden viele Kurse angeboten
In der Halle mit den beiden 25-Meter-Becken wurde darauf geachtet, dem Lehrpersonal und den Schwimmern gute Bedingungen zu bieten. Durch die Trennung der Becken wurden sinnvolle Bewegungsflächen für Lehrer, Übungsleiter und Trainer geschaffen.
Das Maskottchen der Bädergesellschaft durfte bei der Eröffnung natürlich nicht fehlen
Fakten zum Neubau des Kombi-Bades
• Schwimmhalle mit 25-Meter-Schwimmerbecken mit Sprunganlage samt 3-Meter-Plattform und 1-Meter-Brett
• 25-Meter-Becken mit Hubboden
• Räumlich, thermisch und akustisch getrenntes Nichtschwimmerbecken mit Hubboden
• Räumlich, thermisch und akustisch getrenntes Kursbecken mit Hubboden
• Parkraum und Fahrradabstellflächen
• Gesundheitsangebot im OG (Vermietung an Dritte)
Der Freibadbreich wartet noch auf seine Fertigstellung
Freibad folgt im Mai
Nachdem das hallenbad nun in Betrieb geht, dauern die Bauarbeiten im Außengelände beim Freibad noch an. Dabei sehen die Schwimmbecken bereits so aus, als könne der Badebetrieb bei gutem Wetter auch draußen sofort starten. Doch der Aufsichtsturm in der Mitte der Becken ist nur ein Rohbau und auch die Außenumkleiden sind noch nicht fertig. Wo später die Badegäste die Liegewiese vorfinden sollen, ist noch eine riesige matschige Fläche. Dort soll Rasen gesät werden und die Hoffnung ist groß, dass dieser schnell wächst. Das 50-Meter-Becken und der 10-Meter-Turm wurde erhalten und lediglich saniert. Hinzu kamen ein neues 25-Meter-Nichtschwimmerbecken mit verschiedenen Attraktionen und ein neues Kinderplanschbecken mit benachbartem Wasserspielplatz. Im Mai soll Eröffnung des Freibades sein.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf investiert 26,5 Millionen Euro in das neue Schwimmbad am Standort Flinger Broich.
Wilma Reinshagen ist 100 Jahre alt und freut sich über die Neueröffnung des Bades, in dem sie auch selber wieder schwimmen möchte
Die Historie des Allwetterbades
1930 wurde durch den Verein "Freie Schwimmer Düsseldorf e. V." (FSD) der Beschluss zum Ankauf des Geländes am Flinger Broich 91 gefasst. Kurz darauf startete der Bau der "Volkssportanlage" mit Schwimmbad, das 1932 fertiggestellt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1949 auf der Vereins-Generalversammlung der Wiederaufbau des Schwimmbades beschlossen und in Eigenarbeit des Vereins 1950 fertiggestellt. 1974 wurde das Schwimmbadgelände an die Stadt Düsseldorf übergeben, die mit dem Bau eines neuen, beheizten Schwimmbades auf dem vorherigen Sportplatz und Schwimmbadgelände startete – und zwar, erstmalig in der Bundesrepublik, mit einem Zeltdach. Am 3. Juni 1977 wurde das neue "Allwetterbad" eröffnet und 1994 in die Betriebsführung der Bäderverwaltung gegeben.
Weihnachten 2012 ist über die Feiertage am Zeltdach durch starken Regenfall und Wind ein irreparabler Schaden entstanden. Durch die Last ist das Zeltdach an mehreren Befestigungspunkten von den Stahlseilen gerissen, so dass im Februar 2013 das Membrandach zurückgebaut und ab der Sommersaison 2013 das Allwetterbad nur noch als Freibad betrieben wurde.
Die Beckenbereiche im bestehenden Freibad werden umfangreich saniert und erhalten neben einer Betonsanierung einen neu gefliesten Beckenkopf. Die Sprunganlage wird ertüchtigt und die Schwimmmeisteraufsicht umgebaut. Die Wasseraufbereitungsanlage der Freibadbecken wird in das Freibad verlagert. Die Gesamtwasserfläche nach Neu- und Umbau beträgt 2.606 Quadratmeter, davon 1.920 im Freibad und 686 im Hallenbad.
Auf der Seite der Bädergesellschaft und in den Flyer gibt es viele Informationen zum großen Kursangebot