Düsseldorf – Vorsintflutlich

Das ist ja eine seltsame Entdeckung. Erstaunlich Und die in den heutigen Zeiten. Da steht an der Wand der Gaststätte „Zicke“ in der Bäckerstraße der Altstadt tatsächlich ein vorsintflutliches Gerät. Ein Stück Rundholz mit Borsten dran. Kurz: Ein Besen!
Die Verwunderung ist deshalb so groß, weil jemand noch sowas – beispielsweise in diesem Herbst – zum Kehren von Laub benutzt. Andersherum sind heutzutage seit mindestens 20 Jahren die Täter meist unscheinbar wirkende Männer. Sie tragen den Drillich der Hausmeister, sind aber zumeist die Herren im eigenen Garten, vor dem Haus. Mit sachter Bewegung schwenken sie ihre Geräte gegen 20, 80 oder 341 welke Blätter.
Trend?
Im sonst stillen Stadt- oder Wohnviertel klingt es so dröhnend, als seien kanadische Holzfäller am Werk. Mit diesen Blasturbinen und Laubsaugern hat die Industrie so schnell und gründlich den Markt bestückt, dass selbst das Umweltbundesamt jahrelang hilflos reagierte: Es gab keine Vorschrift, die vor dieser Trend-Technik schützte.
Trend-Technik? Diese Geräte stehen inzwischen in fast jedem Keller. Und nun hat diese Gaststätte einen Besen vor der Tür. Der still (höchstens raschelnd) dem Menschen gehorcht.
Wenn dieser Stil mal nicht den Laubbläser-Hersteller Stihl ärgert…