Kabarettist Christian Ehring geht im Düsseldorfer zakk vor Anker: Benefizkonzert für die Flüchtlingsinitiative STAY!

Der Nachrichtenstrom braucht einen wie Elmar Stelzwedel, einen Achorman. Einen, dem man glaubt, obwohl er auch die schlimmsten Sachen mit einem Lächeln glaubwürdig präsentiert. Der Kabarettist Christian Ehring hat diesen Anchorman erfunden – als Rahmen für sein Bühnenprogramm. Am Dienstag, 5. Mai, geht Ehring damit im zakk (Düsseldorf-Flingern, Fichtenstraße 40) vor Anker – im Rahmen eines Benefizkonzerts für die Flüchtlingsinitiative STAY! Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr. Die Eintrittskarte kostet im Vorverkauf 18, an der Abendkasse 21 Euro. Der gesamte Erlös des Abends geht an STAY!; für Christian Ehring bleibt am Ende der Applaus –
Herr Ehring, angesichts der Flüchtlingssituation im Mittelmeer – möchte man da nicht manchmal alle Pointen versenken und schweigen?
Christian Ehring | An den Punkt kann man als Satiriker durchaus geraten, dass man auf Anhieb gar nicht weiß, wie man angesichts der Nachrichtenlage mit Satire und Witz noch eins draufsetzen soll. Mir hilft es dann immer, die Schuldfrage zu stellen. Wir machen zum Beispiel bei Extra3 keine Pointen zu Lasten von Flüchtlingen, sondern lenken den Blick auf die scheinheilige EU-Politik samt der deutschen Haltung. Die Politiker tun altruistisch und erhöhen ständig die Barrieren für Flüchtlinge. Denen würde man durch Sprachlosigkeit nur dabei helfen.
Wer ist Namensgeber Ihres Programms, was ist der Achorman für einer?
Christian Ehring | Die Idee dazu hatte ich lange, bevor ich selber zum Fernsehen gekommen bin. Denn mich haben diese Nachrichtensprecher immer fasziniert in ihrer seriösen, vertrauenserweckenden Art, bei der scheinbar keine Fragen offen bleiben. So einer ist auch Elmar Stelzwedel, bis er Realität und Fiktion durcheinander bringt und kurzerhand entlassen wird. Nun arbeitet er die Nachrichtenlage als Ich-AG auf der Bühne ab. Das gibt mir den Freiraum, das jeweils Aktuelle aufzugreifen.
Wie ist Ihre Verbindung zu der Flüchtlingshilfeinitiative STAY! – warum haben Sie sich zu diesem Benefizkonzert bereit erklärt?
Christian Ehring |Zunächst einmal gibt es da eine sehr persönliche Verbindung: Dr. Siegfried Joel ist Vorstandsmitglied von STAY! und war der Kinderarzt meiner Tochter. Und dann habe ich über einen weiteren Bekannten gehört, dass STAY! eine Menge mehr bewirken könnte als sie es ohnehin schon tun – wenn denn mehr Geld da wäre. Da ist eben auch die andere Seite des Flüchtlingsdramas in den Nachrichten, da gibt es Menschen, die sich für diese Verfolgten einsetzen. Denen möchte ich mit meinen Mitteln helfen.
Wobei ja viele Menschen Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen äußern…
Christian Ehring | Ich glaube, diejenigen sitzen in ihrer Wohlstandsblase und wissen zu wenig von Ängsten, den Nöten, die Flüchtlinge selbst dann noch haben, wenn sie es vermeintlich zu uns geschafft haben. Dann ist ja nicht automatisch alles gut. Sondern nur durch Initiativen wie STAY!, durch solch ein Engagement gelingt ein echtes Miteinander.